Backlist Gold Manga

Ist Under Ninja Team Eier abschneiden?

Chris! Wollen Sie wirklich nach Nerima? Da leben nur perverse Faulpelze, minderjährige Prostituierte und Ninja!!! Die locken Sie in eine JK Honigfalle und schneiden ihnen die Eier ab!

HERZLICH WILLKOMMEN zu Backlist Gold – Under Ninja und Mooooomentchen, fangen wir am besten doch noch einmal von vorn an.

Als vor einigen Jahren eine neue Hanazawa Serie angekündigt wurde, schlug nicht nur mein Herz höher, sondern auch das von Kai-Steffen. Ja, wir sind Fans, in guten wie in schlechten Zeiten. Wir lieben das Artwork, wir lieben die Erzählweise und wir schätzen den Aufbau der Charaktere. Gezeichnete Schöpfungen, die nicht selten innerhalb eines Kapitels vom Sympathieträger zum kriminellen Wüstling mutieren und man ihnen nur noch Knast oder eine andere sehr harte Strafe wünscht.

Phantastik gepaart mit Realismus. Grenzen gibt es keine, was aber auch knallhart negativ empfunden werden kann und somit einen Griff zu Hanazawa verweigern lässt. Das muss so sein. Ein Abbild mit Ecken und Kanten erzeugt einzigartige Reibung und Kontraste, ein gewonnener Sense of Gender Award spricht dafür.

Zusätzlich sollte man sich bei Hanazawa auf eine zeichnerische Rastlosigkeit einstellen die ansteckt aber auch allzuoft Details überlesen läßt, denn gefühlt wird jedes Kapitel genutzt um (geheime) Botschaften zu vermitteln, die ausserhalb Japans schwierig zu verstehen sind. Das Repertoire reicht von sehr offensichtlichen Anmerkungen, über zwischen den Zeilen komplex, bis hin zu regional codiert.

Vielleicht sollte man am besten im Hinterkopf haben, dass Nerima der jüngste Bezirk Tokyos ist und scheinbar ähnlich mit einem Ruf zu kämpfen hat wie Stadtteile Berlins (und wahrscheinlich Stadtteile die man in jeder anderen Stadt finden kann). Mich würde im Fall Nerima jedoch sehr interessieren, ob das nur in meinem japanischen Freundes und Bekanntenkreis der Fall ist, oder ein allgemein etabliertes Vorurteil(?).

Bis auf einen Bekannten waren jedenfalls alle so gar nicht begeistert diesen Bezirk zu besuchen und auch nicht, dass ich dort hingehe. An diesem Tag gaben sich Angst und Scham die Hände und sorgten für so eine gaaaaanz komische Beklommenheit, die ähnlich wie das Sazae-san-Syndrom einen Raum vereinnahmt.

ISCH MUSS RAUS UND DA HIN! Also ab nach Nerima. Kaum angekommen…YES…alles tatsächlich wie bei Under Ninja!

Schon zur Begrüßung wurde ich wie in Band 1 mit Fachbegriffen und Hintergrundwissen bombardiert um der wunderlichen Geschichte irgendwie folgen zu können. Die Realität sah tatsächlich auch so aus wie in der gezeichneten Fantasiewelt. Wo bin ich da nur reingerutscht, irgendwie ist nichts schön, aber irgendwie doch??? Ähnliches fühlt man, wenn man sich der Straßenfotografie hingibt und im Alltag das alltägliche sucht um es einzufangen. Schön ist das selten, nee doch, es ist immer irgendwie schön. Sorry, war irgendwie gerade so voll drin und die Rastlosigkeit hat mich gepackt. Für einen Textabsatz war ich Teil des Ganzen – ebenfalls ein wichtiger Aspekt, mit dem man klarkommen muss wenn man sich auf Hanazawa einlässt. Jetzt beim Schreiben über Hanazawa kommt mir auch gerade der Gedanke, dass es irre und schwer ist ein Hanazawa Werk zusammenzufassen. Unterm Strich bleibt bei all seinen Werken: Das glaubt mir doch kein Schwein was ich hier gerade in die Tasten haue. (Nebenbei bemerkt, diese Bedenken meiner Bekannten kann ich nicht bestätigen. Weder Nerima noch Itabashi (das liegt gleich daneben und war jetzt auch eher schwierig für meine Bekannten) sind Eierabschneidbezirke. Nerima empfand ich sogar neben meinem geliebten Nihonbashi sehr sehenswert, gerade für Leute, die ein bisschen anderes Tokyo sehen wollen.)

Erzählt wird in Under Ninja wie eine Art Spiel, Kinder schnappen etwas auf, oder sehen etwas und steigern sich rein, bolzen in den Ferien von morgens bis abends, mein Beileid, wenn ihr das aus eurer Kindheit nicht kennt. In Under Ninja dreht sich dieses Spiel um …tja, NINJA (wer hätte es gedacht)! Es ist aber anders aufgebaut als ein Manga mit Grundsäulen System, bestehend aus Loyalität und kindlicher Pietät, wie es z.B. bei Hunter x Hunter der Fall ist.

Als interessantes Detail zu Beginn der Geschichte empfinde ich übrigens den Auftritt von General Douglas MacArthur. Eigentlich eine Nebensache, die nur all zu leicht überlesen wird. Für andere ist es ein deutlicher Zeitstempel mit Tragweite um darzustellen, dass diese Geschichte mit der Kapitulation Japans einsetzt.

Ninja-Clans vom US-Militär offiziell aufgelöst, operieren weiterhin im Untergrund. Mit all dem geilen Zeugs was man sich als Kind immer vorgestellt hat; Tarnanzüge, Schwerter, versteckte Geheimwaffen, die so geheim sind, dass ich lieber kein weiteres Wort über Band 7 verlieren darf, meine Eier sind mir dafür einfach zu wichtig. Aber reicht da eine Geheimorganisation? NEIN! Es muss Paroli geboten werden, alte Struktur gegen aufbegehren einer neuen Macht. Es muss geschnetzelt und auf die Mütze gegeben werden.

Ein entfesseltes Szenario. Kontrastdynamik und Absurditäten geben sich die Klinke in die Hand, es wird die Sprache der Straße gesprochen, gesoffen, geschimpft und sich einem Lebensstil hingegeben, den man als verrucht und vulgär bezeichnen kann. GEIL! Zum Glück sind meine Eier noch dran!

Im Verlauf der Handlung werden die Charaktere in Hanazawa Manier immer mehr angepasst und ausgefeilter, obwohl man aber irgendwie auch immer nur Broken hingeworfen bekommt, bisschen wie in einer Trash Serie aus den 60er Jahren, aber auch sehr malerisch.

Als i Tüpfelchen wird jedoch auf den Aufbau eines Moe Charakters verzichtet und mehr Fokus auf Abstand gelegt. Ungewöhnlich für Hanazawa, passend aber zum ganzen Szenario und genauer drüber nachgedacht genial, wenn man bedenkt, dass der Kampf der Ninja Organisationen ebenfalls von Erneuerung der Strukturen handelt. (Ich lasse mich übrigens gern vom Gegenteil überzeugen, schreibt mir, wenn ihr einen Moe Charakter gefunden habt)

Aktuell ist die dt. VÖ. bei Band 7 angelangt, in Japan ist gerade Band 12 erschienen. Mit Band 7 wurde von Carlsen Manga auch mein bisher liebster Under Ninja Band veröffentlicht. Ich sehe den Band als Schlüsselband, da sich die Figuren nun auf dem Spielfeld gefestigt in ihren Bahnen bewegen und der Serie den Effekt verpassen:

Hier, guck ma.
Was ist das?
Under Ninja.
Was.ist.das.?

Das sieht schräg und extrem gut aus!

Und mit diesen Worten schließe ich auch das Backlist Gold Under Ninja und verbleibe mit freundlichen Grüßen inkl. nicht abgeschnittener Eier

Comic

Punkiger Magie-SciFi: In Memoriam

Es gibt neues von der Zauberfront:

(c) Splitter

Paris, in der nahen Zukunft. Na gut, so nah ist sie wohl nicht, denn in diesem Paris gibt es M.a.g.i.e. Die kommt meist in Form von Artefakten daher, die dem Besitzer flotte Frisuren zaubern oder ihn an andere Orte teleportiert. Die Zauberei-Gilde überwacht die Herstellung der Artefakte und die Anfertigung maßgeschneiderter Zauber für zahlungswillige Interessierte. Bis es zu einem großen Knall kommt, nach dem nichts mehr geht.

Große Teile von Paris sind zerstört und die Realität in diesen verstrahlten Zonen ist verzerrt. Sie zu betreten ist lebensgefährlich. Auch die noch verbliebenen Artefakte funktionieren nur unzuverlässig. Der Ex-Zauberer Adam schlägt sich als Betreiber eines Waschsalons durch und arbeitet als Informant der Polizei. Er trifft auf zwei seltsame Typen, die noch im Vollbesitz ihrer Kräfte zu sein scheinen. Wie kann das sein?

Und warum suchen sie das Teenagermädchen Line? Genau das fragt sich auch die toughe Polizistin Manon. Eher unfreiwillig verbündet sie sich mit Adam und geht der Sache auf den Grund. Trotz der etwas bunt-sperrigen Grafik entwickelt der Plot von IN MEMORIAM einen guten Drive. Die Motivation der einzelnen Figuren wird nach und nach enthüllt und ein vermeintliche Sidekick kann schon mal zum veritablen Gegenspieler mutieren. Auch das zeigt, dass die Kategorien Gut bzw. Böse alles andere als trennscharf sind.

Überhaupt wird erst nach und nach klar, wer hier alles auf welcher Seite mitmischt. Aber ich will ja nicht vorgreifen. Das Gedankenspiel der magischen Artefakte fand ich spannend und so ganz klar ist auch noch nicht, ob es sich wirklich um Zauberei handelt, oder vielmehr um eine geheime, sehr weit entwickelte Technik. Mein Favorit sind die Erweiterungen, die man sich für seine Wohnung dazumieten kann und die man dann durch magische Portale betritt. Nur zu dumm, wenn letztere dann nicht mehr funktionieren…

Comic Grober Unfug US Comics

Free Comic Book Day 2024: Am Samstag gibt es bereits zum 23. Male Gratis- US- Comic Heftchen im Groben Unfug!

Der „Free Comic Book Day 2024“ steht vor unserer (Laden-) Tür! An diesem Samstag, den 4. Mai, werden weltweit teilnehmende Comic-Shops (die US- Import Comics führen) eine große Anzahl (48) an US- Heft-Titeln anbieten, die ihr dort abholen und „für lau“ mitnehmen könnt. Wobei die Abgabe-Mengen in den Comic-Shops begrenzt sind…

Es wieder mal ist eine schöne Gelegenheit, neue Comics zu entdecken (z.B. andere Genres, andere Autoren, Zeichner und auch Comic- Charaktere), sich abzeichnende neue Story-„Events“ anzulesen (speziell wieder bei den „üblichen Verdächtigen“, Marvel & DC!) und gleichzeitig könnt ihr die Comic Shops Eures Vertrauens mit Eurem Besuch unterstützen (auch z.B., in dem ihr evtl. zusätzlich zu den Gratis- Heften noch etwas kauft…?! Vielleicht entdeckt ihr bei Eurem Besuch bei uns ja noch die eine oder andere Euch fehlende Back Issue, Graphic Novel, Manga oder etwas aus unserem deutschsprachigen Sortiment…?!)

Wohlgemerkt, ein jeder von Euch kann im Unfug-Torstraße -solange unsere begrenzten Vorräte reichen- maximal fünf (5) verschiedene Heftchen mit dem „FCBD 2024“ Logo gratis bei uns abgreifen (ohne weitere Kaufverpflichtung).

…und nun aber noch ein etwas unangenehmer Hinweis, den ich Euch in diesem Jahr leider nicht ersparen kann:

Zum zweiten Male (innerhalb von immerhin 23 -!- Jahren FCBD-Teilnahme) kann es uns passieren, das wir zum FCBD-Termin am Samstag (diesmal der 4.5.) noch nicht alle angekündigten Heft-Titel für Euch vorrätig haben werden… (Derzeit warten wir noch auf die abschließende letzte Teil-Lieferung mit FCBD-Heften unseres US-Vertriebs! Derzeit hängt genau diese Lieferung leider irgendwo in der „Phantom Zone“ fest…)

Die Hefte, die wir Euch am Samstag, 04.05. (evtl. noch) nicht anbieten können wären dann aber NICHT für Euch verloren; diese kämen dann am darauffolgenden Samstag (dem 11.05.24) bei uns zur Verteilung (zu den gleichen Konditionen; also je Kunde maximal fünf verschiedene Heft-Titel – so lange der Vorrat reicht! Bei der Gelegenheit könntet ihr dann am 11. auch gleich Gratis-Heftchen der deutschen Version des Free Comic Book Day bei uns abgreifen (siehe HIER!) )

Leider können weder wir noch unsere Partner aus Vertrieb und Spedition zaubern, wie etwa „Doctor Strange“, „Doctor Fate“ oder sexy „Zatanna“…


Sollte der Fall eintreten, daß wir Euch einen Teil der FCBD Titel erst einen Samstag später anbieten können, dankt Euch der Grobe Unfug schon mal vorab für Eure Geduld und Verständnis!

Einen weiteren Beitrag (mit Links zu Übersichten, dem offiziellen Video u.a. mehr) findet ihr HIER!

Backlist Gold Manga

Backlist Gold Gastbeitrag – Parasite in Love

Hallo – ich bin San bzw Shiritaku und möchte euch sowohl den Roman, als auch die Manga-Adaption von “Parasite in Love” vorstellen. Der Roman lag schon eine Weile bei mir Zuhause rum und ich wollte ihn unbedingt zusammen mit dem Manga lesen. Christoph hat auf Threads einen kleinen Aufruf gemacht, dass er gerne auf dem Blog auch Posts von anderen teilen würde. Ich mag sowas ja recht gern, also sind wir gleich ins Gespräch gekommen. Raus kam dann, dass er mir Band 1-3 von Egmont als Rezensionsexemplare besorgt hat – was wiederum auch meine ersten Rezis überhaupt waren, was mich nochmal ein klein wenig mehr gefreut hat (wollte die Erfahrung einfach mal machen, haha :D).

Angefangen habe ich mit dem Manga (u.a. auch, weil das einfach schneller geht) und die Zeichnungen drücken so viel Stimmung und Atmosphäre aus, der Wahnsinn! Es passt einfach richtig gut zum Thema. Das bedrückende Feeling kriecht langsam in einen selbst hinein und macht sich unbemerkt breit. Die Charaktere selbst sprühen auch nicht gerade vor Lebensfreude, sie sind eher ziemlich deprimierend. Aber gerade das und ihre Umstände machen den Plot erst so richtig interessant.

Kosaka leidet unter einem sehr ausgeprägten Reinigungszwang, Sanagi hingegen plagt sich mit einer starken Sozialphobie herum. Die beiden würden sich unter normalen Umständen sicherlich niemals begegnen.. doch das Schicksal (bzw Herr Izumi) sieht etwas anderes vor. So nimmt die Geschichte Stück für Stück ihren Lauf und schreitet voran – aber es ist nicht alles immer so, wie es scheint.

An einigen Stellen hatte ich schon vermutet, was kommt.. an anderen war ich sehr überrascht, da es doch ganz anders als in meiner Vorstellung war. Es werden einem viele Einblicke gewährt, was sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart betrifft. Auch bekommt man viele Erklärungen, da das Thema Parasiten doch nicht für jeden so geläufig ist (ich finde das übrigens auch äußerst interessant, was es da alles gibt!).

Man kann sich sowohl in Korsakas, als auch Sanagis Gedankengänge sehr gut hineinversetzen und nachvollziehen. Sowohl in geschriebener Form im Roman, als auch illustriert im Manga. Das Ende wirft das Gedankenkarussell nochmal mit ordentlichem Schwung an und man überlegt, wie man wohl selbst in der Situation agieren würde. Ich selbst kam aber leider zu keinem wirklichen Entschluss. Wenn man wirklich in der Situation ist, dann reagiert man sowieso nochmal ganz anders, als wenn man es sich in Gedanken nur ausmalt. Es passt aber extrem gut und ist ein passender Abschluss der Story.

Viele Unterschiede gibt es zwischen den beiden Werken allerdings gar nicht – der Roman gewährt einem ein paar mehr Infos und ausgeschmücktere Details, es sind manchmal ein paar weitere Dialoge, die es im Manga nicht gibt. Dafür gab es im Manga eine Szene, die im Roman nicht vorkam (die Frau aus dem Supermarkt trifft Kengo später nochmal – für diejenigen, die es gelesen haben/noch tun werden). Oder eine Szene in Band 2 mit Izumi war etwas anders (Ende Kapitel 8).

Das Werk ist sehr melancholisch, tiefgründig und liefert eine schöne Message. Und das gelingt in beiden Varianten sehr gut!

Backlist Gold Unfug Live

Backlist Gold Gastbeitrag

So, gleich ist es soweit, ich poste gleich unseren ersten Backlist Gold Gastbeitrag und TROMMELWIRBEL, es wird um Parasite in Love gehn. Vielleicht erinnern sich noch ein paar von euch an früher, als Till und ich euch wöchentlich mit der Kreativen Pause pünktlich um 12 Uhr die Zeit versüßt haben. Haltet euch fest, in der Konserve bei Till kann man noch immer die Folge gucken, die gleich für den Gastbeitrag relevant sein wird.

Grober Unfug Signierstunde

Gratis Kids Comic Tag 2024 und Signierstunde am 11.Mai

Am diesjährigen Gratiscomictag für Kinder verschenken wir in der Torstrasse 75 und in der Zossener Straße 33 wieder eigens für dieses Ereignis produzierte Comics:

Es stehen insgesamt 21 verschiedene Hefte von zehn unterschiedlichen Verlagen zur Auswahl! Damit es möglichst lange für möglichst viel Fans reicht, ist die Anzahl der Hefte begrenzt, die wir pro Nase aushändigen werden. Um sich einen Überblick über die angebotenen Hefte und weitere teilnehmende Buchhandlungen zu verschaffen und die Jagd durch die Stadt zu planen, empfiehlt sich ein Blick auf die Seite www.gratiscomictag.de

…und in der Zossener Straße macht uns Michael Vogt die Freude einer Signierstunde gleich zu Beginn um 11 Uhr! Von ihm gibt es „Der kleine Perry“ aus dem Carlsen Verlag als Leseprobe und die bereits erschienene Albenversion vom 1. Band.

Im September 2024 erscheint dann schon der zweite Band dieser mit Texter Olaf Brill geschaffenen Auskoplung aus der SciFi-Reihe „Perry Rhodan“.

Wir freuen uns auf Euch!

US Comics

Überarbeitete Fassung: Comic Künstler Ed Piskor: Selbstmord mit 41 Jahren

Der Comiczeichner Ed Piskor, vor allem bekannt für seine erfolgreiche „Hip Hop Family Tree“ Graphic Novel Reihe, „American Splendor“ sowie „X-Men: Grand Design“ (und außerdem auch als Co-Moderator der YouTube-Talkshow „Cartoonist Kayfabe“), ist am Montag verstorben, wie nun seine Familie bekannt gab. Er wurde nur 41 Jahre alt.

„It is with the most broken heart that I share my big brother, Ed, has passed away today“, verkündete seine Schwester Justine auf Facebook. „Please just keep our family in your prayers as this is the hardest thing we’ve ever had to go through.“

Piskors Todesursache wurde hierbei nicht veröffentlicht. Doch vor seinem Tod veröffentlichte er etwas, das einem Abschiedsbrief ähnelte, in dem er Anschuldigungen wegen unangemessenen sexuellen Verhaltens, die erst eine Woche zuvor öffentlich geworden waren, ansprach – und zurückwies.

Am 24. März unterstellte die 21-jährige Künstlerin Molly Dwyer das Piskor versucht hätte, sie zu verführen, als sie 17 Jahre alt war, und nannte ihn „a creep.“. Als Beweis veröffentlichte sie Screenshots von Texten zwischen ihr und Piskor aus dem Jahr 2020, darunter eine mit dem Textfragment: „Are you 17 or 18? Imma be so mad if you say 17 because this crushes me at that age..“

Am Montagmorgen schrieb Piskor in seinem Facebook-Post: „I’m helpless against a mob of this magnitude. Please share my side of things. Sayonara,“, inklusive eines Links zu einer Art Abschiedsbrief, der sich direkt an eine Reihe von Personen richtet, die Piskor nahe stehen.

Er spricht auch Menschen an, die ihn kritisiert haben, darunter die oben genannte Frau. In dieser Notiz sagte er, die Texte zwischen ihm und Dwyer, die sie online geteilt habe, were taken out of context. Er bestritt, dass er ihr gegenüber Annäherungsversuche gemacht hätte, und sagte, er sei „dumm“ gewesen, mit ihr überhaupt gesprochen zu haben, nachdem er herausgefunden hatte, wie alt sie tatsächlich sei, was er zum Teil auf die Einsamkeit während des COVID-19-Lockdowns zurückführte.

„I promise my innocence,“, schreibt er weiter. Piskor bestritt auch Wrights Anschuldigungen rundweg, bezeichnete ihre Handlungen als „border criminal“ und fügte hinzu, dass seine Familie seiner Meinung nach eine Zivilklage gegen sie einreichen sollte.

In seiner letzten Botschaft äußerte er auch seine Verzweiflung über die Auswirkungen der Anschuldigungen auf seine Karriere als Künstler und schrieb: „Now it’s all gone. Art show evaporated. Was about to sign a $75k deal for Switchblade Shorties with Abrams, Cartoonist Kayfabe ends with Jimmy’s ‘shocking revelations’ statement (those words hurt).“

„I was murdered by Internet bullies,“, schrieb Piskor. „Massive amounts of them. Some of you out there absolutely contributed to my death as you were entertaining yourself with gossip. I wasn’t AI. I was a real human being. You chipped little bits of my self esteem away all week until I was vaporized..“

Er fügte hinzu, dass er hoffe, dass sein Tod „makes people think twice when joining an internet feeding frenzy.“.

Zu den Comic-Künstler-Kollegen, die kondolierten, gehören unter anderem Rob Liefeld, Evan Dorkin, Mark Millar, Bill Sienkiewicz, Klaus Janson, J.H. Williams III, J. Scott Campbell, Patch Zircher und andere.

Selbstbildnis des Künstlers / c) Fantagraphics

Piskor in der US wikipedia

Piskor in der GCD

„The Beat“ zur Kontroverse um Piskors Verhalten (mit aufschlußreichen Leser-Kommentaren)

Original-Beitrag The Wrap

Edward R. Piskor, Jr.

28. Juli 1982 – 1. April 2024

Dies ist eine überarbeitete / aktualisierte Version des Beitrags von gestern (Danke für die Verbesserungs-Hinweise an Filip von Reprodukt)

Manga

Takashi Miike Kurzfilm

BOAR! Weil es irgendwie gerade in der Manga / Anime Szene nicht so richtig angekommen ist, Takashi Miike (Fudoh, Audition oder Ichi The Killer, dürften Begriffe sein, die fast alle kennen) hat einen 19minütigen Kurzfilm innerhalb der Shot on iPhone Reihe gedreht. Apple lässt immer wieder namenhafte Filmleute Hardware ans Limit bringen, die Filme sind auch immer sehr sehr gut, was Miike aber da hingezaubert hat, eine Umsetzung von Tezukas Midnight ist der Wahnsinn! Film, sowie Making of lohnen so was von, aber seht selbst…

Backlist Gold US Comics

Marvel – DC – Crossover: die Lizenz zum Gelddrucken für Disney & Warner

Die in dieser Woche erfolgte Ankündigung, daß DC und Marvel (den Großteil) ihrer Crossover-Events der vergangenen 50 Jahre bündeln und (endlich) nachdrucken würden, sorgte weltweit bei Sammlern von US- Superhelden- Comics für Aufregung.

Ohne Zweifel visualisieren diese Team-ups zwischen DC – & Marvel- Charakteren langwierige Fanboy- Fragen (Wer ist stärker? Wer ist größer? Wer hat den längsten… ? usw.) Einige Leser tun diese Art von Stories als reine Weit-Pinkel-Wettbewerbe in graphischer Form ab, trotzdem sind unter diesen Geschichten aber auch etliche optisch/inhaltliche Perlen zu entdecken!

Nervenkitzel aber nicht nur für die Leser… denn auch die Buchhalter von Marvel (Disney) und DC (Warner-Discovery) bekommen bei Geldzählen feuchte Finger, waren die Oneshots und Mini-Serien bereits damals mega-erfolgreich…,

In der Vergangenheit, als es der US- Comic Book-Branche mal wieder richtig schlecht ging (Kenner der Materie wissen, das die beiden „großen“ Verlage DC und Marvel in den vergangenen Jahrzehnten quasi abwechselnd immer mal wieder kurz vor dem verlegerischen Exitus standen) konnten solch schlechte Zeiten z.B. mit ihren „Marvel/DC-Crossovers“ auf’s wunderbarste überbrückt werden…

Das erste Crossover, „Superman vs. the amazing Spider-Man“, erschien 1976 in einer überformatigen „Treasury-Edition“, die es nur wenige Monate zeitversetzt auch in Deutschland zu kaufen gab (aus lizenztechnischen Gründen umgetauft in „Superman gegen Super-Spider“, da Ehapa weder den Originalnamen von Spidey verwenden konnte, und den damaligen deutschen Namen „Die Spinne“ ebenfalls nicht nutzen konnte. Wer nähere Hintergründe erfahren will: Einen ausführlichen Beitrag hierzu hatten wir vor einigen Jahren auf unserem „klassischen Blog“!).

Der damalige legendäre DC-Lizenzinhaber „Ehapa“ veröffentlichte den Band im fast identischen US- Riesenformat (und in wesentlich besserer Druckqualität, als das US-Original!) In den Jahren danach veröffentlichte Reprints erfolgten stets im Schrumpf-(=Heftchen) -Format. Im Sommer 1976 klapperte ich täglich nach dem Schulbesuch die Kioske in Berlin Charlottenburg ab, auf der Suche nach diesem Band, denn: Er erschien nicht pünktlich! Das deutsche Release-date fiel just in die Zeit, als in (West-)Deutschland die Druckereien bestreikt wurden! In (West-)Berlin kam der Band daher erst mit einigen Tagen Verspätung in den Handel…

Wer jetzt Näheres zur für den Sommer geplanten Wieder-Veröffentlichung der klassischen DC/Marvel Crossover erfahren will, sollte in den Beitrag HIER klicken. Sobald es handfestere ergänzende Informationen gibt, was die inhaltliche Ausstattung der beiden Omnibus- Bände betrifft informieren wir Euch hier zeitnah. Beide Bücher werden von DC publiziert und wohl jeweils um die $150 kosten (noch nicht offiziell bestätigt!)

Mehr dazu dann im Laufe der kommenden Wochen hier an dieser Stelle.

…und hier noch der Link zu einem sehr ausführlichen Artikel der sich mit der Publikations-History dieser Marvel-DC Crossover-Geschichten beschäftigt, zu finden auf der stets hervorragend recherchierten Comic-Nessite „The Beat“